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Mittwoch,
31. August 2005 - 17:00 Uhr
FK Radnicki Nis - FK Novi Pazar Cair / Nis 2. Liga Serbien-Montenegro 3:0 |
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ist ein Ausschnitt aus einem kompletten Tourbericht, welcher hier
beginnt. Im Bericht kann man mit den Pfleilen jeweils zu Anfang und Ende
des Bericht-Abschnittes weiter- oder zurückblättern. [<<<]...Auch wenn der Tag schon früh begann sollte es doch ein spielfreier sein. Um fünf klingelte der Wecker also rein in Klamotten und Schuhe, Rucksack rauf und die vier Geschosse enge Wendeltreppe runter. Wenn meine Absteige hier auch überhaupt nichts hatte - immerhin hatte sie eine 24-Stunden "besetzte" "Rezeption", wobei jetzt beide Bezeichnungen eher unzutreffend sind. Der scheinbare Besitzer des tollen Baus lebte schlichtweg am Schreibtisch vor der Tür. Tagsüber dort mit Zeitung, Kaffe und Fernseher ausgestattet und Nachts auf einer Pritsche daneben zum schlafen - aber eben rund um die Uhr da. Das nenn ich mal Arbeitszeiten - die 168-Stunden-Woche! Also weckte ich den guten Mann der mir, um den frühmorgendlichen Auf-bruch recht verdutzt dreinschauend, die Tür aufschloss. Mit der Metro zum Bahnhof rüber zum Bus, eben noch so `nen scheußlichen Espresso im Bistro geholt und los ging's. Der restliche Tag ist schnell erzählt. Busfahren - Stopp in Saloniki - Busfah-ren - Fertig! Um kurz nach zehn war man wieder mal am genialen Busbahnhof Sofi-as wo dann gleich mal angefragt wurde ob der 7.30Uhr-Beograd-Bus denn auch in Ni hält. Die Dame am Schalter schüttelt den Kopf - Prima - also Ja! (nanana - wird der verwirrte Leser doch nicht die im ersten Teil ausführlich erklärten Eigenheiten der bulgarischen Körpersprache vergessen haben, oder ...?) Also Rucksack abgegeben und erst mal in die Stadt marschiert um halbwegs die Nacht rumzubekommen. Am auf dem Weg liegenden Hostel dann dochmal angefragt zwecks Zimmerpreise: 9 Lev, also ca. 4,50€ für Bulgaren, 11 Euronen für Ausländer. Auch so ne bulgarische Eigenheit! Muss man ja nicht mit sich machen lassen, also eben kurz vor den Ein-gang gestellt, wurde der Erste angequatscht der einbiegen wollte und - Trommelwir-bel - ein Bulgare und ein netter noch dazu. Klar doch kauft er mir ein Bettplätzchen. Also hab ich ihm die 9 Lev gegeben und der gute Mann kam nach ner Minute auch schon wieder mit Schlüssel in der Hand raus - Firma dankt! Für nicht mal fünf Euro dann doch den Luxus genommen, eine weitere Nacht Bett dranzuhängen wenn auch nur für ein paar Stunden. Wie schon tags zuvor ging's um fünf raus und zurück zum Busbahnhof und der erste beim Ticketschalter zur Öffnung um sechs. Hätte man schließlich kein Ticket mehr bekommen, hätte man schleunigst zum Zug hasten müssen. Allerdings bekam man noch einen Busplatz und zog so gerne die gemütliche Variante des Straßenverkehrs vor. Nach dem üblichen Grenzgeficke dann fünf Stunden später im Schmuckkäst-chen Ni. Sehr schönes Städtchen in netter Atmosphäre und keine Touris - nicht mal Backpackersidioten gesichtet. Meinen eigenen Rucksack brachte ich in der Gepäck-aufbewahrung unter und hatte ab sofort meine Ruhe. Bus nach Sarajevo auch gar kein Problem und auch gleich heut Abend um neun. Sehr angenehm - spart Über-nachtungskosten und mit 1.370 Dinar (16 Euro) war man dabei. Nach einem ausge-wogenen Mittagessen und dem Besuch des Buchhandels zwecks Stadtkarte machte man sich mit Hilfe dieser zu Fuß auf zum Cair. Einem kleinen Park am Westlichen Innenstadtrand in welchem das gleichnamige Stadion liegt - der Heimat des Serbi-schen Zweitligisten FK Radnicki und einer der raren Orte mit Möglichkeit auch diesen Mittwoch mit Fußballkultur zu füllen. Die Tore waren noch dicht und so in der anlie-genden Autowerkstatt die Ansetzung bestätigen lassen - ja - spielt um fünf. Hm. Spielen zwar später als angenommen, aber sie spielen. Gut! Also noch ein paar Bierchen in der "Stadionkneipe", den umherlaufenden Ticketverkäufer ein Billet für 100 Dinar abgekauft und rein in die gute Stube. Der im Cair liegende Ground ist schnell erklärt. Neben dem Fußballplatz verfügt das weite Rund über eine breite Laufbahn und ist ringsherum vom 12 Betonstufen umge-ben. Auf der "Hauptgeraden" findet man auf diesen Stufen eine etwa die halbe Länge ausfüllende VIP-Tribüne, wessen Dach auch noch für die unterliegenden normalen Betonstufen als Wetterschutz dienen soll. Obwohl das Bauwerk auf den ersten Blick recht groß erscheinen mag, bietet die Konstruktion nicht mehr als etwa 100 Plätze die den Wichtigen im Radnicki-Kreise vorbehalten ist. Meine Wenigkeit suchte sich seinen Platz neben genanntem Tribünengebilde und kaute wie der Rest der knapp 500 Spielbesucher an seiner Päckchenration Vogelfut-ter, hatte ich mir ja auch nicht all zu viel versprochen von diesem Kick. Über die Fan-szene Radnickis kann man dann aber wirklich nicht meckern. Gut drei Dutzend Mann stehen hinter guter Zaunbeflaggung eng an eng in der Kurve und ließen, zumindest zu Beginn der Partie, recht guten Support vom Stapel. Zum Intro gab's doch glatt auch ein wenig Pyro in Form von gelben Rauch. Gästefans waren zunächst keine zu erkennen und während ich gerade so in den ersten Zügen eines sich schön entwi-ckelnden Fußballspiels vertieft bin gibt's in der langgezogenen Hintertorkurve auf einmal mächtig Bewegung. Gut 20 in zivil gekleidete Jungs die zuvor wohl am ande-ren Ende der Kurve gesessen hatten, rennen auf den Radnickimob zu. Diese gehen auch direkt selbst in den Angriff über und man wurde Zeuge eines wirklich gut und strategisch geführten Massenboxkampfes. Das ging ein paar Minuten so bis alle an-wesenden Staatsmänner zusammengetrommelt waren und die Parteien voneinander trennten, so wurde über Distanz noch die ein oder andere Bengale ausgetauscht und dann war Ruhe. Genauso wie nach dem Spiel. Weiter nichts als wäre nie was gewe-sen. Aha! Nun gut, zurück zum eigentlichen Sport und der war heute endlich mal wieder ansehnlich, wenn auch ein wenig einseitig. So ging Ni mit einem Doppel-schlag schnell in Führung und konnte diese bis zur Halbzeit auf ein 3:0 ausbauen. In Durchgang Zwei wurde dann ein Gang zurückgeschalten, aber auch auf Sparflamme konnte nichts anbrennen (was eine sprachliche Raffinesse). So war der späte An-schlusstreffer N'Pazars auch ziemlich Brotsuppe und es blieb beim 3:1. Von diesem kleinen Ausflug als Wochenfüller wurde man also ganz und gar nicht enttäuscht und so ging es zufrieden mit kurzem Futterstopp zurück zum Busbahnhof, wo ich mein Gepäck wieder an mich nehmen durfte und mir die restliche Wartezeit mit ein paar Wodka verkürzte - war in Anbetracht auf den Ausbau der Straßen auf der mir bevor-stehenden Strecke auch bitter nötig, wollte man doch wenigstens ein paar Stunden Schlaf tanken. So hieß es dann auch schon wieder auf Wiedersehen Serbia...[>>>] Dies ist ein Ausschnitt aus einem kompletten Tourbericht, welcher hier beginnt. Im Bericht kann man mit den Pfleilen jeweils zu Anfang und Ende des Bericht-Abschnittes weiter- oder zurückblättern. |
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