Montag, 29. August 2005 - 21:00 Uhr
Atromitos FC - AEK Athen
Dimotiko Stadio Peristeriou / Athen
1. Liga Griechenland
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Dies ist ein Ausschnitt aus einem kompletten Tourbericht, welcher hier beginnt. Im Bericht kann man mit den Pfleilen jeweils zu Anfang und Ende des Bericht-Abschnittes weiter- oder zurückblättern.

[<<<]Um zehn wurde man aufgeweckt um pünktlich zur Deadline rausgeschmissen zu werden. Da man die Bude aushalten konnte eben noch mal 16 Euronen für die nächste Nacht gelöhnt (Stammkundenrabatt lies sich noch keiner rausschinden) und nach kurzer Dusche (wieder ohne Warmwasser - langsam gewöhn ich mich dran) ging es auch schon wieder los, hieß es jetzt also eine ordentliche Busverbindung gen Serbien zu finden um eines der Mittwochsspiele der Serbischen 2.Liga zu erreichen. Dafür braucht man aber erst einmal einen Busbahnhof oder eben halt eine Stelle an welcher man Bustickets kaufen kann bzw. erfragen kann ob es denn welche gäbe und wie und wann und wohin. Grob wurde mal Sofia angepeilt um von dortaus nach Nis zu fahren. Um den Zug von dort zu erwischen lag die Reserve bei der Bahnver-bindung Athen-Sofia über Thessaloniki denkbar knapp, sodass ich auf eine gute Busalternative spekulierte. Das dies zu einem wahren Problem werden könnte hatte ich allerdings nicht gedacht. So war ich am Ende in 7 (!) verschiedenen Reisebüros in welchen keiner im Stande war mir zu sagen ob denn Busse nach Sofia fahren würden, geschweige denn "wann". Aber das keines der Reisebüros im Stande war mir zu sagen, von wo aus denn Busse im allgemeinen abfahren lies mich ernsthaft an meiner Wahrnehmung zweifeln. Am Ende fand ich ihn schließlich von selber auf der anderen Seite des Bahnhofs und dann noch ein Stück links runter. Hier gab's dann endlich mal handfeste Fakten. Ja es fährt einer um sieben in der Früh und ja er müsste so um zehn Uhr Abends in Sofia sein. Phantastisch - genau das wollte ich hören. Also Ticket geordert und weiter im Tagesprogramm, stand heute doch gleich noch ein Athener Derby auf dem Programm.
Das einige Tage zuvor auf Montag gelegte Spiel von AEK beim neuem Fusionsverein Atromitos Athinon FC stand an. Dieser setzt sich nun aus dem ehemaligen Erstligis-ten Halkidona FC und dem einst in der zweiten Liga ansässigen Atromitos FC zu-sammen. Also auf ging es in den Stadtteil Peristeri wo die Fusionskonstellation nun ihr Zuhause hat. Dort eben noch mit nem Taxigeier verhandelt er soll nach dem An-pfiff drei Straßen weiter auf mich warten (um den gestrigen Schicksal zu entgehen) und rein in das gute Ding...

das offizielle Fassungsvermögen ist aufgrund noch andauernder Bauarbeiten beschränkt.
Da das Spiel schon Aufgrund des geringen Fassungsvermögens des Stadions bereits ausverkauft war musste man eben ein bisschen rumnerven und einmal mehr machte es sich bezahlt, den Namen des Vereins-Pressechefs im Kopf zu haben. Und nach kurzem Smalltalk mit diesem war man auch schon drin im noch leeren Stadion. Dieses besteht bis dato (bzw. bestand zu diesem Zeitpunkt) nur aus zwei niedrigen Längstribünen, verbunden mit einer wesentlich höheren Kurve und bildet somit eine Hufeisenform. Die andere Hintertortribüne ist (noch?) unbebaut, an der Seite lässt sich aber erahnen, dass hier wohl ein separater Gästeblock gebaut wird. Auch ein Tribünendach soll in dem bis dahin noch komplett unüberdachten kleinem Kästchen installiert werden. Derweil ist man über die funkelnagelneuen, blauen Sitzschalen stolz, die auf der einen Längsseite sogar den Schriftzug ATROMITOS (in griechi-scher Schrift versteht sich) beinhalteten. Diese schönen Plastikteile sollten bei ihrem ersten großen Auftritt heute aber gleich einem echten Härtetest unterzogen werden.
Kaum waren die Stadiontore geöffnet war die Butze auch schon voll und es wurde laut - vor allem draußen wo es nun unter den nicht mehr reingelassenen Zusehwilli-gen zu Tumulten kam. Da gab es hier eine Rennerei, dort brannte ein Mülleimer und hier gingen ein paar Bengalen an, die sogleich Richtung Polizeihundertschaften flo-gen. Irgendwann schaffte es die Staatsmacht aber die Fangruppen zu teilen, errichtete eine Straßensperre mit einem ganzen Polizeibus und es war wieder ruhig - zu ruhig. Kaum waren die Spieler aufs Spielfeld eingelaufen und die schnieke Bengalshow als Intro auf Heimseiten am abfackeln, gelang es einem ganzen Mob an AEK'lern das Stadion zu stürmen und landeten am Rande der Haupttribüne und da-mit im direkten Nachbarblock zur rammelvollen Heimkurve. Diese taten ihren Unmut an den späten Besuch direkt mit allerlei Austauschmaterial kund. So flogen Bengalen und Böller hin und her und man erfreute sich eher am Schauspiel dieser ungewöhnli-chen Art des Tennis als am eigentlichen Sport, der eh nicht angepfiffen wurde. Ir-gendwann flogen dann letztendlich auch die ersten herausgerissenen Stühle über den Zaun und das ganze bekam eher den Touch von Volleyball. Dem Herren der keine halbe Stunde zuvor noch die neuen Sitzplätze eingeweiht hatte dürfte einen mittleren Nervenzusammenbruch erlitten haben. Nach guten 10 Minuten dieses Schauspiels, in das sich zwischenzeitlich auch eine ganze Hundertschaft behelmter Polizisten eingeschaltet hatte, bekamen diese die Sache so langsam in den Griff und schafften eine Feuerschneise zwischen den beiden Lagern und so konnte das Spiel gegen halb zehn nun endlich beginnen.
Dieses wurde dann noch etliche Male unterbrochen da immer wieder Bengalen flo-gen oder das Spielfeld eingenebelt wurde. Und so kam in einer sehr durchwachse-nen Partie nie wirklich ein Lauf und als kurz vor Mitternacht endlich 90 Minuten Fuß-ball vollbracht waren, war meiner Einer kein wenig bös darum. Tore waren heute also Fehlanzeige und das Spiel keines weiteren Wortes würdig. Also nichts wie raus schließlich wartet ja das Taxi und das genau gegenüber vom "Krisenherd". Auf Bul-lenkessel und sonstigen Unannehmlichkeiten konnte ich gut verzichten. Wenigstens hatte der Taxifahrer brav gewartet und brachte mich mit Kommentaren wie "You see - I'm much better than Schumacher" in Rekordzeit zurück zum Omoniaplatz. Hier dann endlich mal die Zeit genommen einen echt griechischen in Griechenland ge-trunkenen Ouzo an zutestet, mit nem Bier runtergespült und ab ins Bettchen, hieß es ja am nächsten Morgen schon um fünf Uhr aufzustehen.
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