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Sonntag,
28. August 2005 - 21:00 Uhr
Panathinaikos FC - Olympiacos Piräus Olympic Stadium "Spyros Louis" / Athen 1. Liga / Griechenland 0:2 (0:1) |
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ist ein Ausschnitt aus einem kompletten Tourbericht, welcher hier
beginnt. Im Bericht kann man mit den Pfleilen jeweils zu Anfang und Ende
des Bericht-Abschnittes weiter- oder zurückblättern. [<<<]Nach Grenzgenerve und weiteren zwei Stunden Verspaetung war man schiesslich um kurz nach acht in Saloniki, den 7.10-Zug also laengst verpasst. Allerdings sollte ja um 8.10 noch einer fahren. Blieben einem also exakt 6 Minuten, um zwischen dem Zugwechsel auch noch ein Ticket zu organisieren. Der erste am Ticketschalter gewesen und dann erzaehlt mir die gute Frau was von Pause... Am anderen Schalter derweile eine maechtige Schlange. Doch manchmal hilft eben Kommisar Zufall und direkt neben mir oeffnete gerade ein weiterer Schalter, also schnell hin, wo mir der dicke Kerl in aller Seelenruhe irgendwas davon erzahlte es gaebe keine Sitzplaetze mehr und ob ich einverstanden waehre eine etwas guenstigere Karte zu nehmen und ich dann halt stehen muesste - herrgott ist mir doch Schnuppe - her mit dem Ticket. Passport bitte.... oooohhh.... Wir haben doch keine Zeit! Etwa 30 Sekunden vor Ab-fahrt hatte ich dann die Fahrkarte und ab ging's im Sprint aufs Gleis noch schnell rein in den total ueberfuellten Zug und da gingen hinter mir auch schon die Tueren zu - das nenn ich mal Timing. Weniger Timing hatte dann der Zug, der auf der Strecke ganze drei Stunden Verspaetung rausfuhr. Da stand man dann also auf den letzten verbleibenden zwanzig Quadratzentimetern und verharrte so die siebe-neinhalbstuendige Fahrt. Um kurz vor vier hatte man es dann geschafft und war im-merhin 5 Stunden vor Anpfiff des grossen Stadtderbys trotz aller Befuerchtungen an-gekommen. Mit der Metro ging es jetzt erst mal die zwei Stationen zum Omoniaplatz, wo laut Empfehlung guenstige Bleiben zu finden seien. Die ersten zehn mal ange-steuert und mit 16 € fuer das Einzellzimmer und Nacht zugegriffen. Also Sachen ab-geladen und wieder raus. Erst mal mit der U-Bahn zum "Apostolos Nikolaidis Stadi-on", der noch bis zur letzten Saison Heimat von Panathinaikos. Hier war dann kein Mensch und man fand auch nicht wie gehofft die Geschaeftsstelle, dessen offizielle Adresse auch nicht auf der Stadtkarte gefunden werden konnte. Also rein ins naechste Taxi und zur Irodou Attikou gefahren, der Anschrift des Vereins. Hier je-doch war die angebliche Hausnummer 12 nur eine Kaserne. Also die in der Naehe stehenden Polizisten gefragt, die dann mit der Information kamen, dass es diese Strasse in Athen zwei mal gaebe. Einmal hier und einmal eben im Stadtteil Maruschi (oder so aehnlich). Also hielten die Bullen fuer mich auch gleich das naechste Taxi an und wiesen den etwas verdutzten Fahrer an, wohin dieser mich zu fahren haette. Herzlichsten Dank an Freund und Helfer. An der neuen Adresse war man dann auch endlich richtig, doch die naechste Ernuechterung folgte schon bald. Zwar hatte ich meine Akkreditierung schon zwei Wochen zuvor erfolgreich per Fax geschickt, doch fand man meinen Namen trotzdem nicht auf der Liste. Auch alle Aufregung half nichts und so musste halt zum letzten Mittel gegriffen werden. Als ich dann mit dem Namen Theologos Alexandratos, dem Pressechef des Vereins, rausrueckte, als wae-re es ein guter Kumpel, kamen die zwei Freds am Schreibtisch endlich in Bewegung. Irgendwann hatten sie dann scheinbar meinen alten Freund Theologos am Aparat, der sich erkundigte ob ich denn der angekuendigte kurzfristige Besuch von Werder Bremen waere (wurde ja erst vor kurzem als naechster Gegner von Panathinaikos ausgelost), konnte ich schlichtweg nicht nein sagen. Und so bekam ich letzten Endes mein Ticket fuer das Match. Geht doch! Mit dem Taxi gings dann zum Ground und letzten Endes problemlos rein und ein gewisses Gefuehl von Siegesgewissheit konn-te ich nicht leugnen als ich dann dabei sein durfte, bei einem der traditionellsten Be-gegnungen Europas. Da stand man also nun als neuer Werder-Spitzel (mich würde ja schon ein wenig interessieren was mit der echten Ausgabe von meiner gefakten Person passiert ist) im Pressebereich des beeindruckenden Olympiastadions von Athen, welches ja erst zur letzt jährigen Auflage der olympischen Sommerspiele errichtet worden war. Diese sind vorbei und so bleibt nun wohl der Fußballrasen im Leichtathletikrund und dient seit Beginn dieser Saison als neue Heimat für die beiden großen Hauptstadtclubs AEK, welche damit aus dem nicht einmal 5.000-Personen-fassenden "Akratitos Yan-nis Pathiakakis" in ein über 13mal so großes Stadion wechselten und eben Panathi-naikos, bisher im Apostolos Nikolaidis (auch bekannt als "Leoforos-Stadion" mit ei-nem Fassungsvermögen von 16.730 Zusehern) beheimatet. Aber genug der trocke-nen Theorie - stürzen wir uns hinein ins Vergnügen Großstadtderby. Einen herben Dämpfer hatte das ganze Abenteuer dann aber doch, da auf Grund extremster Ausschreitungen im allgemeinen bei Spielen der Mannschaften und im besonderen bei den jeweiligen Derbys, dieses mal kleine Gästefans zugelassen wur-den. Und dieses Verbot schien recht strikt durchgesetzt worden zu sein, so sah man auch in der ganzen Umgebung des Stadions sowie der ganzen Stadt keinen roten Schal, Trikot, Mütze oder was auch immer auf die Existenz der Leute vom Hafen hät-te hindeuten können. Das weite Rund aber trotzdem randvoll - eben in einheitlichen grün. So ein Derby lebt nun mal von den (wenn auch nur verbalen, also supporttech-nisch gesehenen) Auseinandersetzungen zwischen den verfeindeten Fangruppen während des Spiels. Man muss ja nicht erwähnen, dass erst so etwas ein Stadion in den vielzitierten "Hexenkessel" verwandelt. Aber was soll's. Die Herren von Gate13 und Co ließen trotzdem nichts zu Wünschen übrig und präsentierten als Spielintro eine Zettelchoreographie in den Farben grün weiß schwarz (von außen nach innen) und eine in jenem Zettelmeer mittig entrollte Überziehfahne in Form und Bild eines Totenkopfs mit Flügeln. Das Gesamtbild wurde mit einigen Bengalen seitlich und im oberen Bereich abgerundet und so ein paar Minuten gehalten bis die komplette Cho-reo im Rauch der auf Komando gezündeten Bengalen unterging. Derweil in gegenü-berliegender Kurve logischer Weise Jungs vom gleichen Schlag aber eine andere Aktion. Hier gab es eine nette Kassenrollenwurfaktion (eine wunderschöne Wortkrea-tion wie ich finde) plus gut einem Dutzend grüner Bengalfackeln. Akkustisch kam während des Spiels nicht annähernd so guter Support wie die letzte Stunde vor dem Anpfiff, als das ganze Stadion von den einheitlichen Gesängen wackelte. Während des Kicks war die Stimmung dann eher je nach Spielsituation eben: Bei gefährlichen Torszenen ohrenbetäubend, bei Mittelfeldgeplänkel stark gemäßigt. Nur hin und wie-der kam noch mal die Vereinshymne (von deren ich übrigens absoluter Fan bin - kenne keine geilere! Einfach mal auf die Vereinshomepage gehen da gibt's das Ding im Intro zu hören - sehr geil!) oder ein anderes Lied auf. Der genannte Hexenkessel blieb also wie erwartet aus, was wohl nicht minder am Ergebnis lag mit dem wohl als einzig zufriedene Zuschauer die Spielerbank von O-lympiakos galt. Die Jungs aus dem Hafenviertel kamen in einem weniger prickeln-dem Spiel nach einer guten halben Stunde in Führung und mit diesem einzigen Tor der ersten Hälfte auch in die Pause. Die zweite Hälfte lies dann rein sportlich gese-hen nur noch auf das baldige Ende der Partie hoffen bis eine gute viertel Stunde vor Torschluss noch mal richtig Schwung in die Partie kam. Die eh schon seit kurz nach Spielbeginn durch eine rote Karte dezimierten Gastgeber handelten sich in einer hit-zigen Schlussphase noch einen zweiten Platzverweise ein und so machte Predrag Djordjevic vier Minuten vor Schluss mit dem 0:2 alles klar. Nach dem Spiel gammelte ich dann noch ein wenig bei der Pressekonferenz rum um den größten Andrang vor den Toren des Stadion abklingen zu lassen und machte mich auf Grund um diese Uhrzeit nicht mehr fahrender Busse und Bahnen auf die lange, unerfolgreiche Suche nach einem Taxi. Als zweiter Suchender gesellte sich ein belgischer Journalist zu mir und nach einer guten Stunde Fußmarsch und wild mit den Armen nach Taxis fuchteln saß man dann in einem der gelben Dinger. Von dem belgischen Kollegen hatte man allerhand interessantes zu Hören und da sein 5-Sterne-Luxus-Bunker unweit meiner 0-Sterne-Bettkoje lag lud dieser mich noch auf ein kühles 7-Euro-Bier auf der Dachterrasse im 14. Stock ein - mit traumhaften Blick auf die Akropolis versteht sich - also hab ich die nun auch endlich gesehen. Nach dem Bierchen und weiterer netter Unterhaltung artig bedankt und ab zu meiner Her-berge dieser Nacht und endlich mal wieder ein bisschen Augenpflege.[>>>] Dies ist ein Ausschnitt aus einem kompletten Tourbericht, welcher hier beginnt. Im Bericht kann man mit den Pfleilen jeweils zu Anfang und Ende des Bericht-Abschnittes weiter- oder zurückblättern. |
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