Samstag, 27. August 2005 - 18:00 Uhr
Lokomotiv Sofia - Vihren Sandanski
Lokomotiv / Sofia
1. Liga Bulgarien
2:0 (2:0)
Dies ist ein Ausschnitt aus einem kompletten Tourbericht, welcher hier beginnt. Im Bericht kann man mit den Pfleilen jeweils zu Anfang und Ende des Bericht-Abschnittes weiter- oder zurückblättern.

[<<<]Einigermassen gut ausgeschlafen hiess es dann mal wieder einen spielfreien Tag rumzubringen und nachdem man sich am im Lonly Planet eingezeichneten Bus-bahnhof das Ticket fuer den 0-Uhr-Bus nach Sofia gesichert und auch gleich erfah-ren hatte, dass die Busstation zum Zugbahnhof umgezogen sei, lies man den restli-chen Tag mit den ueblichen Dingen wie durch die Stadt latschen, Essen, Trinken und Internetcafe verstreichen. (Internetcafe hier uebrigens richtig geil mit modernsten Rechner wo man selbst so geile Sachen wie GTA4 drauf findet - war bis dato in noch keinem technisch so gut ausgestatteten Internetcafe wie diesem hier!). Um elf ging es dann wieder auf zum Busbahnhof, das hier verstaute Gepaeck holen und rein in den Nachtbus (das ruehrt daher, dass aufgrund mangels Gleisen keine direkte Ver-bindung Skopje-Sofia mit dem Zug moeglich gewesen waere). Nach ein paar netten Gespraechsthemen mit nem Kroaten und ner Bulgarin sowie der ueblichen Grenz-prozedur war man auch schon fuenf Stunden spaeter in Bulgariens Hauptstadt, wo es dank Zeitverschiebung auch schon sechs war und die noetigsten Dinge wie Info-schalter und Wechselstube bereits geoeffnet waren. Sehr positiv soll die gute Orga-nisation in diesem in jeder Hinsicht absolut modernen Busbahnhof erwaehnt werden! Am hiesigen Informationsschalter dann auch gleich die ersten Problemchen mit der doch recht eigenen Koerper- und Zeichensprache der Bulgaren. Also gefragt ob denn ein Nachtbus nach "Solun" (so nennt man hierzulande Thessaloniki, das unter diesem Namen nicht weiter bekannt ist!) faehrt und als Antwort energisches Nicken und "Ajo, Ajo" bekommen. Na wunderbar - auf zu Schalter 3, der noch geschlossen hatte und eben zwei Stunden darauf gewartet, dass dieser endlich aufmachte. Und dann hiess es nur, die einzigen Busse nach Griechenland fahren morgens. Und da fiel es mir wie Schuppen von den Augen - Scheisse du bist ja in Bulgarien, wo Ni-cken "NEIN" und Kopfschuetteln "JA" bedeutet. Sich als Westeuropaeer daran zu gewoehnen ist schier unmoeglich! Na gut, aber alles halb so wild. Also eben zum Bahnhof ruebergelaufen und n Ticket fuer den Nachtzug nach Solun klargemacht. Nach beispiellosen Raushandeln aller moeglichen Rabatte waren dann noch 22 Leva (also etwa 11 €) fuer den Intercity zu zahlen. Abfahrtszeit? Wusste man nichts so genau, ich sollte halt gegen 21.30 Uhr nochmal vorbeischauen und auf die Anzeige achten. Alles klar! Die restliche Zeit bis zum spaeten Nachmittag mit Sightseeing und Essen in der Stadt verbracht und dann raus zum Lokomotivstadion, das man auf der fuer einen Leva erstandenen Stadtkarte ziemlich ausserhalb im Norden der Stadt orten konnte. Die eigentliche Strassenbahnlinie 12 wollte aber schlichtweg nicht kommen und so ging es mit etlichen Umsteigen recht kompliziert zum Ground, den man trotz allem aber noch rechtzeitig eine halbe Stunde vor Ankick erreichte. Tickets bekommt man hier erst nachdem man durch die polizeiliche Taschenkontrolle ge-kommen ist. Fuer einen Sitzplatz auf der Tribuene sind dann zwei Leva zu lassen.

Zwei Tribuenen findet man im Ground dann vor. Waehrend die eine ueber die ge-samte Laengsseite bis knapp in die Haelfte der Kurven reicht, steht die andere allei-ne an der anderen Laengsseite. Die grosse Tribuene ist komplett ueberdacht und verfuegt an den jeweiligen Enden ueber Stehplaetze, waehrend der mittlere Teil mit roten und schwarzen Schalensitzen bestuhlt ist und die Aufschrift "Lokomotiv" ergibt (auf kyrilisch versteht sich). Auf der gegenueber liegenden Seite ist man nur im obe-ren, zentralen Bereich sicher vor Regenguessen. Hier befinden sich dann auch die "Logenplaetze" sowie die der Presseleute. Auch hier findet sich in die Bestuhlung geschrieben eine Aufschrift. Kurz und knackig: "Loko". Ueber Flutlichtmasten ver-fuegt man zwar, allerdings fehlen die Flutlichter dazu. Seit wann es hier keine mehr gibt, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis. Weiteren Ausbau findet man nicht vor, der restliche Platz in den Kurven ist unbebaut. Die genannten Stehplatzbereiche die-nen dann den jeweiligen Fanlagern, die heute recht ausgeglichen mit etwa je 30 Na-sen gefuellt waren. Bis auf ein wenig Gepoebel beliessen es die Fangruppen dann aber dabei. Im Heimbereich stieg zum 1:0 Rauch auf und drei Bengalen wurden zum besten gegeben, dass war's dann aber auch im Grossen und Ganzen. Die beiden einzigen Tore fielen fuer die Hausherren im Doppelschlag zwischen Minute 23 und 27 und sicherten sich so ohne weitere Schwierigkeiten die drei Punkte gegen den direkten Tabellennachbarn Sandanski (3. gegen 4.), wobei das nach gerade einmal drei Spieltagen in der laufenden Saison freilich recht wenig aussagt. Auf der Tribue-ne traf man dann noch rein zufaellig auf Markus und drei weitere Ulmer, die auch schon bei den ebenfalls besuchten Spielen in Budapest und Beograd anwesend wa-ren, man sich aber nicht (oder zumindest nicht bewusst) getroffen hatte. Mit diesen ging es dann noch in die City, um noch einer halben Stunde der weiten Welt des In-ternets zu froehnen. Dann hiess es aber auch schon wieder Ade zu sagen, sollte mich doch meine weitere Reise nun nach Griechenland fuehren, waehrend die Schwabengruppe sich wieder gen Deutschland mit Stop in Mazedonien aufmachen wollte. Wie besprochen war ich also um halb zehn wieder zurueck am Bahnhof, holte mein Gepaeck und fand dann auf der Anzeigentafel weder Solun noch Thessaloniki noch Saloniki noch sonstwas dergleichen. Also wieder zur Schalterdame, die auch nicht recht wusste, im Aufenthaltsraum der Zugschaffner wurde ich dann allerdings fuendig. Ja der Zug wuerde normalerweise um zehn nach zehn fahren, haette aber mindestens eine Stunde Verspaetung. Also hiess es warten und schliesslich ging es dann um kurz nach elf auf in Richtung Thessaloniki. Mit einer recht seltsamen Zigeu-nerin teilte man sich dann ein Abteil und unterhielt sich rege in Zeichensprache. Die gute Alte gedachte fuer mich ein wenig in die Zukunft zu blicken und deutete an, ich werde eine interessante Reise erleben - ach was...! Ausserdem sollte man sich ge-nerell in Acht vor der schwarzen Macht nehmen, die manch eine/-r der Sintis beherr-sche, ich sollte mich aber nicht fuerchten, sie saehe in meiner Seele, dass ich ein guter Mensch sei. Na da schau einer an. Die ganze Zauberei war dann aber doch recht ermattend, so dass man die Alte faseln lies und es vorzog ein wenig zu pennen.
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