Donnerstag, 25. August 2005 - 18:00 Uhr
Vadar Skopje - Rapid Bucaresti
Gradski Stadion / Skopje
UEFA-Cup-Qualifikation
1:1 (1:0)
Dies ist ein Ausschnitt aus einem kompletten Tourbericht, welcher hier beginnt. Im Bericht kann man mit den Pfleilen jeweils zu Anfang und Ende des Bericht-Abschnittes weiter- oder zurückblättern.

[<<<] Neuer Tag, neues Glueck, wenn auch ganz ohne Spiel und so ging es mit den Berli-nern erst mal zum Bahnhof um das Ticket fuer den morgigen Zug nach Skopje zu holen. Mit 1320 Dinar (etwa 15,-€) war man dabei. Danach ging es ein bisschen Sightseeing zur Burg. Nettes Teil mit outdoor-Militaermuseum gratis dazu. Brauche ja wohl nicht zu erwaehnen das es auch heute wieder pisste. Am Abend noch n paar Bier und vernuenftig wie man ist gegen Mitternacht ins Bettchen, sollte einem der Wecker (im Handy - den eigentlichen hatte man mir in Budapest heimtueckisch ent-wendet. Was manche Leute alles klauen…) schon um halb sechs wieder aus den Federn holen. Per pedes latschte man also am naechsten Morgen dem angehenden Berufsverkehr entgegen wieder runter zum Bahnhof, noch eben einen Kaffee reinge-kippt und hastig mit Speis und Trank fuer die Fahrt versorgt, stellte man fest, dass all die Hektik doch ganz umsonst gewesen waren, hatte der Zug schliesslich ne halbe Stunde Verspaetung. Um halb acht ging's dann endlich los und ueber die ach so schlimme Kosovogrenze (mit Kreuzverhoer im eigens dafuer vorgesehenem Zugab-teil dauerte der scheiss drei Stunden) nach Mazedonien. Skopje wurde dann mit zwei Stunden Verspaetung um kurz vor sechs Uhr erreicht. Bleiben einem also gut 60 Mi-nuten bis zum Anpfiff in denen es zur Post ging, zwecks Geldwechsel und zur Ju-gendherberge die dann leider auch noch voll war. Zeit um weiter zu suchen blieb a-ber wahrhaftig nicht, also das Gepaeck in genannter Herberge zwischengelagert und mit dem naechsten Taxi raus zum Gradski Stadion (fuer 100 Dinar - etwa 1,80 €), der Heimat von FK Rabotnicki Skopje und FK Vadar Skopje und dem Austragungsort des UEFA-Cup-Quali-Spiels…
Tickets fuers Spiel bekam man nicht etwa am Kassenhaeuschen, sondern bei den umherlaufenden Eintrittskartenverkaeufern. Einmal Tribuene hin und zurueck fuer 200 Dinar und puenktlich zum Einlaufen der Mannschaften war man drin. Optimales Timing halt. Mit Hauptgrund fuer den Besuch bei Vadar war, neben den Laender-punkt Mazedonien, Sasa Ciric, den wohl jedem Fussballbegeisterten und sowieso jedem Nuernberger, Mannheimer und Offenbacher bekannten Fussballgott aus eben jener suedosteuropaeischen Hauptstadt. Der ein oder andere mag ja wissen, dass ich unter anderem eine Sammelleidenschaft ehemaliger Stammvereine unserer Clubspieler (oder eben jene, die es mal waren) entwickelt habe. Heute also die Hei-mat unseres innig geliebten Sasas (und uebrigens auch der Heimat von Mutter Tere-sa - ja! Kein Witz... aber das nur am Rande...). Dessen Heimatverein hatte heute aber schon vor Anpfiff aeusserst schlechte Karten, hatte man das Hinspiel bei den Rumaenen bereits 0:3 verloren. Aber wie heisst es so schoen: der Ball ist rund! Und gerade das wurde einem ja in den vorangegangenen Spielen dieser Tour eindrucks-voll bewiesen. Am heutigen Donnerstag aber kein weiteres Wunder, zwar konnte Va-dar in Haelfte 1 in Fuerhrung gehen, konnte sich aber nicht wirklich gegen die Rapid-ler durchsetzen und bekam dann auch in HZ2 mit dem 1:1 den wohl endgueltigen Todesstoss. Dabei blieb es dann auch in einem insgesamt wenig zu begeistern wis-senden Fussballspiel und Mazedonien ist erst einmal wieder weg von der internatio-nalen Fussballbuehne. Better than next time! So hoffnungslos das Spiel auch fuer jeden Menschen mit gewissem Realismus war, hatten sich doch geschaetzte 1000 Zuseher eingefunden. Darunter uebrigens auch ein 30-Mann-starker Auswaertsmob die nicht gerade aussahen, als waeren sie zwecks guter Voelkerverstaendigung an-gereist. Auf Heimseiten gibt es bei Vadar seltsamer Weise zwei total unabhaengig von einander agierende Supportmobs. Einmal die ja recht bekannten Komiti, von de-nen es ja auch eine kleine Sektion in Frankfurt gibt (Die Fahne hing auch bei diesem Kick uebrigens). Diese finden ihren Platz in einer der Hintertorkurven, waehrend auf der Gegengerade Mitte nochmal soviele Rote unter den Namen Loyalfans agieren. Das ganze Spiel ueber wird zweierlei von einander verschiedener Support geboten und keine der beiden Gruppen machen auch nur den Versuch, mal ein und das selbe Lied zusammen zu singen. Der Support war dann im allgemeinen auch eher verhal-ten, was auf Grund der Aussichtslosigkeit eher uninteressanten Spiels auch nicht zu verdenken ist. Ein paar Worte noch zum Stadion, dessen Blickfang ganz klar die wuchtige und aeusserst steil ansteigende Haupttribuene ist, die hier ebenfalls wie im gesamten restlichen Rund rote Sitzschalen aufweist. Die Haupttribuene ist allerdings die einzig ueberdachte. Die restlichen drei Seiten sind in einem Stueck und von der Hoehe keine 20% von der der grossen Tribuene. Zum einen gibt es auf der niedrigen Laengsseite zwei Flutlichtmasten zum anderen auf der grossen Tribuene in die Dachkonstruktion integrierte Flutlichter. Diese wurden einem dann in der zweiten Haelfte des Spiels zum Verhaengnis, da urploetzlich aus dem Nichts auftauchend, hundertausende kleiner Fliegen das Stadion und eben vorallem genannte Tribuene bevoelkerten, Ich gehe mal von Eintagsfliegen oder dergleichen aus, die sich dann auch unweigerlich auf die Zuschauer stuerzten und mit vorliebe in Augen sowie Na-sen und Ohren flogen oder in T-Shirt und Hose krabbelten. Eine recht nervige Ange-legenheit welche die Tribuenen auch bis Spielende fast leer werden lies, begaben sich die meisten der Zuschauer irgendwann doch mal auf die Flucht vor dem An-sturm der Insekten.
Nach dem Kick also wieder raus und erstmal versucht die Viecher abzuschuetteln. ging es mit dem Taxi wieder zurueck in die City (man muss wissen, dass hier Taxi-fahren billiger ist als zuhause Busfahren). Wieder zurueck am Hostel das Gepaek geholt und netterweise war der Mann hinter der Reception so freundlich und telefo-nierte ein wenig durch Skopje um eine weitere guenstige Bleibe fuer mich ausfindig zu machen. Das gelang dem guten Mann dann auch und in allem Ueberfluss wurde man von dem "Hotel Laki" auch gleich per Autoshuttle abgeholt. Dafuer kostete das mitten in der Innenstadt liegende aber total schaebige Zimmer auch gleich gesalzene 23 Euronen. Das Zimmer im Erdgeschoss, was mir zugewiesen wurde, hatte echten Kultcharakter, fand ich doch hinter dem wuchtigen Vorhang am Kopf des Zimmers ein riesiges Schaufenster. Sozusagen in einem ehemaligen Ausstellungsraum geschlafen. Also Vorhang wieder zu und nach nem schnellen Pivo dann gute Nacht.[>>>]

Dies ist ein Ausschnitt aus einem kompletten Tourbericht, welcher hier beginnt. Im Bericht kann man mit den Pfleilen jeweils zu Anfang und Ende des Bericht-Abschnittes weiter- oder zurückblättern
.