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Dies ist
ein Ausschnitt aus einem kompletten Tourbericht, welcher hier
beginnt. Im Bericht kann man mit den Pfleilen jeweils zu Anfang und
Ende des Bericht-Abschnittes weiter- oder zurückblättern.
[<<<] Tags drauf dann erstmals
spielfrei, also alles schoen ruhig angehen. Man hat ja schliesslich
Urlaub. Also erstmal zum Bahnhof und das Ticket fuer den Nachtzug nach
Beograd klarmachen. Danach gings auf die Suche nach den ach so bekannten
Ungarischen Termbaedern die hier bloss keiner zu kennen scheint. Anstatt
ein Schwimmbad fand man eine Studentenmensa mit kostenlosem (!) Internetzugang,
was natuerlich bei einem dieser widerwaertigen Kaffee schamlos ausgenutzt
wurde, wenigstens war man hier im trockenen. Toller Sommer! Den restlichen
Tag vergammelte man mit durch Buda und Pest latschen, in Strassencafes
und schliesslich im Pub hocken. Dann war aber auch schon wieder Zeit
fuer den naechsten Nachtzug, diesmal nach Beograd. Im rappelvollen Zug
ergatterte man den letzten Sitzplatz neben, wie sich herrausstellte,
zwei Studenten aus Berlin die auf einer dreimonatigen Reise bis in den
Iran waren, sowie drei aelteren Damen. Diese waren groesstenteils damit
beschaeftigt in dem kleinen Abteilraum ordentlich auszuduensten und
jeden zurecht zu weisen, der auf den gar grausamen Gedanken kam, mal
ein wenig das Fenster zu oeffnen. Nach etwa ner halben Stunde war es
schlichtweg nicht mehr auszuhalten und meiner einer trat die Flucht
auf den Zuggang an, wenig spaeter gefolgt von dem Berliner Duo mit denen
man nun die Nacht teils stehend, teils sitztend am Gang verlaberte.
Kurz vor der Grenze ergatterte ich dann doch noch ein freigewordenes
Plaetzchen in einem nicht ganz so heftig duftendem Abteil. Mit gut einer
Stunde Verspaetung erreichte man dann gegen acht Uhr die Serbische Hauptstadt
und machte sich umgehend auf die Suche nach einer Bleibe, die man nach
einem Kaffee und dem Eindecken mit Stadtkarten in einem Stu-dentenwohnheim
fuer umgerechnet neun EUs die Nacht fand. Ich fuer meinen Teil machte
mich dann mal auf ins naechste Internetkaffee, welches sich im 13. Stock
eines Hochhauses fand. Hier konnte man dann endlich die Terminierung
fuer das Athenderby finden und die Tour ein Stueckchen weiterplanen.
Auf dem Rueckweg mit dem Aufzug in das Erdgeschoss passierte dann das,
worueber man schon als Kind immer die tollsten Horrorgeschichten hoert.
Der Aufzug blieb irgendwo zwischen Stockwerk sieben und acht stecken
und bewegte sich von nun an alle paar Minuten ruckartig nach unten.
Den mit im Aufzug stehenden Leuten um mich rum schien das aber nicht
weiter zu stoeren, packten ihre Zeitschriften aus den Taschen, telefonier-ten
oder beschaeftigten sich anderweitig, als wuerden sie nicht viel mehr
als auf den Bus warten. Scheint hier wohl oefter vorzukommen. Ich fuer
meinen Teil war ein weitaus gluecklicherer Mensch als wir nach einer
guten Viertelstunde den Aufzug im Erdgeschoss auf normalen Wege wieder
verlassen konnten. Nach diesem Schock erst mal n Sandwich und zurueck
zur Herberge wo man nun endlich einchecken konnte. Per pedes ein wenig
die Stadt erkundet und im Park rumgesessen ging es dann gegen fuenf
in Richtung Stadion. Eben noch eines der letzten Tickets fuer verhaeltnissmaessig
schweine teuere 1.000 Dinar (etwa 14 Euronen) erstanden und rein in
die Butze.
Nachdem
die Schuessel immer voller wurde und ich nen scheiss Platz hatte schmuggelte
man sich eben auf die Logenplaetze. Zwar gabs auch da keinen Sitz-platz
aber immerhin bessere Sicht. Schon Stunden vorm Anpfiff war die Bude
gut voll und bis zum Anpfiff duerften es dann gar noch ein paar Tausend
mehr gewesen sein als die offiziell angegebenen 30.887 Zs. Schliesslich
stand das ganze Stadion und war trotzdem rammelvoll. Von der Stimmung
her dann eben das, was man von Parti-zan erwarten kann. Wahnsinn einfach.
Da macht einfach jeder einzelne Laerm was geht. Sehr imposant ist auch
das Pfeifkonzert, wenn einer der gegnerischen Spieler auf das Feld kommt,
um sich warmzumachen. Die komplette Atmosphaere halt Gaensehautfeeling
pur. Scheiss egal ob ohne Dach und mit Laufbahn. Da erzaehlt mir noch
mal einer in Deutschland, dass in der Szene X und Y die Stimmung halt
wegen der "schlechten Akkustik des Stadions" untergeht - ja
sind wir denn beim Symphonieorchester. Bitte nach Belgrad fahren und
selbst anschauen! Ein Intro als solches gab's dann nicht, halt ein Mix
aus Einklatschen, Schalparaden, Bengalen hier und da und eben der ganzen
Palette, sowie halt auch schon vorm Spiel und vor allem waehrend des
Spiels auch. Ueberraschender Weise waren auch etwa 20 Na-sen aus Bratislava
anwesend. Hat der Kommerzverein durch seine Meisterschaft nun doch mal
n paar Fans gewinnen koennen. Dass die paar Hansel in dieser Hoelle
nicht weiter auffielen, muss nicht weiter erwaehnt werden. Also Stimmung
Top und Spiel flop - zumindest die erste Stunde. Danach wurde so langsam
auch ein 0:0 spannend, da ja auch das Hinspiel torlos endete und so
eine Entscheidung erzwun-gen werden musste. So langsam aber sicher begannen
beide Teams zu fighten, wo-bei die Hausherren ein ganzes Stueck besser
aussahen. Was allein schon in den ersten 60 Minuten an Chancen vergeben
wurden, haeufte sich jetzt zu einem abnor-malen Ausmass. So viel Pech
am Stueck war echt nicht normal und Bratislava darf dem Herren wohl
noch ueber mehrere Generationen dankbar sein, dass es auch in den folgenden
30 Nachspielminuten Partizan nicht vergoennt war, den X 100%igen Chancen
Erfolg abzuernten. Und so ging es als logische Kosequenz ins Elfmeter-schiessen.
Was hier nun los war, kann man kaum in Worte fassen und sich auch si-cher
nicht vorstellen, wenn man selbst nicht vor Ort war. Bei jedem Elfer
der Slowa-ken hallte ein ungeheuerliches Pfeiffkonzert durch das Stadion,
dass es in den Ohren schmerzte, gefolgt von Boellern und sonst allem
was Krach macht. Einfach der Wahnsinn. Und trotz allem bewiesen die
Jungs aus Petrzalka wahre Nerven. Der wohl einzige Grund den man anfuehren
koennte, wolle man von einem gerechtfertig-ten Sieg sprechen. Am Ende
war also Bratislava beim vierten Elfmeter der Sieger, wenn auch alles
andere als verdient. Dementsprechend frustriert waren die 30.000 Fanatiker
im Stadion und so fand die ein oder andere Sitzschale ihren Weg ins
Sta-dioninnere. Wirklich boese war man der Mannschaft aber sichtlich
nicht, hatten diese ja wirklich alle gegeben. Bratislava jedenfalls
ist damit der erste Verein der Slowaki-schen Fussballgeschichte, der
ueber die CL-Qualifikation in die Hauptrunde einzieht.
Noch immer fasziniert von dem erlebten (ein Beograd-derby ist fest vorgenommen)
verlatschte man sich vorm Stadion doch gleich, fand sich aber bald wieder
am Auto-put wo es dann eben zu Fuss die restliche Strecke in die Stadt
gehen sollte. Eben noch den McDonalds-Laenderpunkt gemacht und ein Bier
hinterhergeschuettet, strich man gegen eins die Segel. [>>>]
Dies ist ein Ausschnitt aus einem kompletten Tourbericht, welcher hier
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