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Endlich mal
wieder ne ordentliche Tour mit Dreh- und Angelpunkt Athenderby für
welche etwas über zwei Wochen veranschlagt wurden. Die Planung
kippte ja schon X-mal bevor es denn überhaupt los ging. Krakauderby
wurde auf unbekannt verlegt, der Rumaenien-LP liegt auf Eis, da Timisoara
auf Samstag verschoben, Athenderby nicht terminiert, keine Anstosszeiten
im UEFA-Cup und so weiter. Als es dann schliesslich los ging, hatte
ich letzten Endes zwar das ein oder andere Spiel anvisiert, aber eben
keinen wirklich konkreten Plan - der wird sich auf der Reise schon erge-ben
(müssen). Also auf in die wohl schlechtest organisierte Tour die
ich bis dato un-ternommen hatte:
Wir
schreiben Samstag den 20.08.2005, der Tag ist noch keine 2 Stunden alt
und waehrend normale Menschen dem Barkeeper in der Disko die Bestellung
zum 17ten Wodka-Redbull ins Ohr brüllen, entsteige ich nach zwei
knappen Stunden Schlaf wieder meinem Gemach, um mich von der besseren
Haelfte zum Bahnhof kutschie-ren zu lassen. Mille Grazie, Abschied,
Handkuss, rein in den Bahnhof, noch eben im Internetcafe nen Kaffee
reingeschüttet und los gings mit dem Nachtzug pünktlichst
um 2.35 gen Praha. Fahrkarte hatte ich bis Cheb für einigermassen
faire 26 Euronen am Automaten erstanden. Nach der Grenze dann bei der
Schaffnerin bis in die Hauptstadt gelöst und 175 Kronen gezahlt.
Sind wir bei rund 32 Euros. Das Kom-plettticket von Nürnberg nach
Praha haette in D-Land 46 Kröten gekostet. Echt ne Frechheit dieser
scheiss Internationalaufschlag. Noch n bisschen weitergepennt und schon
war 8.15 Uhr und ich in der goldenen Stadt. Grund der Nachtzugnutzung
war ja auch noch eines der 10.15-Spiele mitzunehmen, was alles recht
spontan ent-schieden wurde und ich keinen Plan hatte, wohin es denn
nun gehen sollte. Also gleich mal die nächste Sportgazette geholt
und da lockte doch die Ansetzung von Bohemians Praha gegen Tatran Prachatice.
Na dann. Hätte mir zwar schwoeren trauen, beim letztwoechigen Besuch
in Karlovy-Vary vernommen zu haben, die wuerden zum genannten Zeitpunkt
bei Bohemians auflaufen, aber man kann sich ja auch mal irren. Also
noch schnell nen Kaffee und ab in den Süden zum Dolicek im 10.
Bezirk; der Heimat Bohemians. Doch ne gute halbe Stunde vor Anpfiff
kein Schwein da. Also defenitiv: Hier ist nie und nimmer um 10.15 n
Match. Auch in ne-benliegender Spelunke wurde das nochmal bestaetigt.
Laut Wirt wird erst morgen um 17h gespielt - und zwar gegen Karlovy-Vary...
Hab ichs mir doch gedacht, doch was luegt denn da die Zeitung rum? Naja,
lange Rede kurzer Sinn: wenig spaeter ent-deckte man die Meldung im
Internetcafe. FC Stríkov Praha 9 hatte sich den nicht geschützten
Namen Bohemians angeeignet, woraufhin der Verein zwar erst mal aus der
Liga gekickt wurde, mittlerweile durch eine einstweillige Verfuegung
aber wieder Kicken darf. Und zwar unter den Namen Bohemians Praha, waehrend
das Orginal unter den vollen Namen "Bohemians 1905" auflaeuft.
Zumindest so aehnlich... Die ham se doch nicht mehr alle. Ausweichmaessig
war weder das am anderen Ende der Stadt liegende Strizkov, also der
Bohemians-Fake, noch ein anderes Ausweichspiel pünktlich zu erreichen,
wobei man es dann halt dabei belies eben Pech gehabt zu haben. Gelungener
Tourstart also. Ganz ohne Fussball sollte der heutige Samstag aber auch
nicht sein, schliesslich war da ja noch das Erstligamatch von Slavia
um sechs. Und nachdem man sich das Ticket fuer den Nachtzug nach Budapest
fuer happige 1100 Kronen (= 39 €) geholt und den Rest des Tages
bei ein paar Pivo am Adeli abgegammelt hatte, war's dann auch schon
soweit.
Und
hier wurde man wenigstens ordentlich entschaedigt fuer den etwas vergeigten
Morgen. Wie sich es am Ergebniss schon erahnen laesst, wurde man Zeuge
eines genialen Spiels. Jablonec nutzt die noch schlafende Abwehr in
den ersten drei Minu-ten gleich zweimal aus und geht durch den fruehen
Doppelschlag mit 0:2 in Fueh-rung. Nachsetzten konnten die Gaeste aus
dem Norden allerdings nicht weiter, aber auch Slavia kam nicht so recht
ins Spiel und so blieb es beim 0:2 zur Pause. Mittler-weile hatte es
angefangen, Bindfaeden zu pissen, was in der 2. HZ kein wirkliches Fussballspiel
zuliess und so war von einem Auswaertssieg auszugehen, bis es je-doch
in etwa der 60. Minute das pissen so urploetzlich aufhoerte wie es angefangen
hatte. Und keine paar Minuten spaeter schiesst Slavia sein erstes Tor,
was eine ge-niale Aufholjagd einlaeutete. Diese endete schliessliech
beim unerwarteten 3:2-Sieg der Slaven. Das nenn ich doch mal Fussball.
Auf den Raengen hingegen war es recht ueberschaulich. Nicht ganz 3300
Zuschauer hatten sich bei kuehlen Tempera-turen eingefunden, zehn Leutchen
zaehlte man im Gaesteblock, die lediglich bei den zwei Toren zu vernehmen
waren. Slavia wie immer im Oberrang ihrer Heimkurve mit etwa 100 Supportwilligen,
die aber auch erst zum Ende des Spiels richtig loslegten, was wohl am
Spielverlauf gelegen haben duerfte.
Nach dem Match gings also wieder mit dem Bus runter vom Strahovhuegel
und wei-ter mit der Metro zum Wenzelsplatz. Noch eben die letzten Kronen
in Pivo investiert und puenktlich um 23.23 war Abfahrt.
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