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Sonntag,
10. Oktober 2004 _ 16:30 Uhr
SV Erzhausen - Germania Ober-Roden Sportplatz Heinrichstraße / Erzhausen Oberliga Hessen |
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Mnichovo
Hradisté ist ein kleines, tschechisches Dörfchen etwa 60km
nördlich Prags und ich hätte wohl nie in meinem Leben etwas
darüber erfahren, hätte besagtes Dorf mir nicht zu etlichen
Minuten mehr Fußball verholfen. Was das jetzt mit Erzhausen zu
tun hat, dürfte für so ziemlich jeden nicht in Darmstadt-Dielburg
ansäßigen Leser sehr fragwürdig erscheinen. Ich will
dem Rätsel eine Lösung sein. Mnichovo Hradisté ist
offizielle Partnerstadt Erzhausens und von selbiger war eine Abordnung
am heutigen Tage hier zu besuch. Da das scheußliche Nest Erzhausen
aber nunmal nichts zu bieten hat, was man seinen Gästern bieten
könnte, so stellt man diese eben beim Dorffußball zufrieden.
Da die Tschechen sich nun genauso wie ich verspäteten (wobei zu
bezweifeln ist, dass auch hier ein anderes Fußballspiel verantwortlich
ist), zog man den Anpfiff der eigendlich auf 16:30 Uhr gesetzten Partie
um gute 20 Minuten nach hinten. Manchmal muss man eben auch Glück
haben.Nachdem ich also durch erliche Dörfer und Stadtteile mit so wunderschönen Namen wie "Darmstadt-Wixhausen" getingelt war, fand ich mich um kurz vor fünf und fünf Euro ärmer am Sportplatz an der Heinrichstraße ein, wo zwar noch nicht lage gekickt wurde, aber doch schon das erste Tor gefallen war. Die 1:0-Führung der Gäste aus Ober-Roden (das zweite Ober-irgendwas des Tages - erstaunlich... *gähn*) machte man nicht nur wett sondern kehrte man kurz vor Schluß gar noch auf einen 2:1-Sieg. Der Ground ist nun, wie man es in der Oberliga Hessen meist erwarten darf, nichts besonderes. Auf einer der Längsseiten hatte man soetwas wie einen Bahnsteig gebaut, nur eben ohne Schienen. So können sich etwa 100 Menschen unter ein Dach stellen, das vor Regen wohl nur bei absoluter Windstille schützen würde, sind alle Seiten dieser "Tribüne" offen. Nachträglich hierzu machten man sich doch gar noch die Mühe eine Seite dieser zu teeren und schaffte damit drei erstaunlich tolle Stehstufen. Gegenüber in der Mitte eine elektronisch betriebene (!) Anzeigentafel hinterlegt von gut einem dutzen Nadelbäumen, eingefaßt von zwei riesigen Eschen, was naturtechnisch sicherlich ein recht netten Anblick gewährleistet, hier aber die Gegengerade bildet. Auf deutsch: Ausbau hier wie auch in den Kurven absolut null. Trist und grau das Wetter, trist und grau der Ground, trist und grau das Spiel - kein schöner Abschluß einer schönen Sonntagstour, noch dazu wo ich mich mittlerweile stark mit meiner angehenden Grippe auseinandersetzen muss. Es gibt so momente wo selbst Fußball keinen rechten Spaß mehr macht, da konnte auch die Zaunfahne der "Mistgabelschwenker Erzhausen" nur für minimale Aufheiterung sorgen. Am Zaun hing unter anderem auch noch ein schriftlicher Gruß an die Gäste aus bereits ausführlich erwähnten tschechischen Dorf in form eines Spruchbandes. Ob es die Tschechen verstanden haben, bleibt offen, war es doch sinniger Weise auf deutsch. Über die geistige Entwicklungsphase der vermeindlichen Macher durfte man sich bei dem ein oder anderen angesoffenen gegröhle von etwa 15 Bauern auch noch überzeugen. Warum drei Darmstadt98-Fahnen geschwenkt wurden blieb mir allerdings offen. Zwei ausgewachsene Männer (um die fünfzig und von 500m Entfernung als wahrhaftig verblödet und assozial zu erkennen), welche anscheinend zur Germania gehörten, wußten nichts besseres mit sich anzufangen, als mit je einer Gasdrucktröte pro Hand die Zuschauer zu belässtigen. Alles in allem war ich nicht gerade unglücklich, als ich nach Abpfiff schnell in mein Auto verschwinden konnte, die Heizung auf volle Leistung und ab in die gute alte Heimat. |
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